Heute morgen habe ich mich auf den Weg gemacht einen Nationalpark in den Viktorianischen Alpen zu besuchen.
Schon die 80 km lange Fahrt war ein echtes Erlebnis. Man fährt mit dem Blick auf die Bergkette, die immer näher kommt. Heute morgen lagen noch Frühnebel darüber. Das sah spektakulär aus.
Die Strecke führt nur ein paar Kilometer über den Freeway, danach gehts über kleinere Highways weiter.
Sehr abwechslungsreich aber auch anstrengend zu fahren da sehr kurvenreich. Sobald man in den Wald kommt bemerkt man dann den Unterschied zu den trockenen Bushwäldern im direkten Umfeld von Melbourne. Dies hier ist Regenwald, überall wachsen riesige Farnbäume, Ferntrees. Der Wald ist schön kühl ( es ist heute wieder sehr heiß) und sehr feucht. Es riecht stark nach Eukalyptus.
Zwischen Healesville und dem Mount Donna Buang hat mich das Navi auf die Sommerstrecke geführt….das nennt sich Gravel Road….oder Dirt Road und bedeutet nichts anderes als unbefestigte Strecke…
Wenn nicht von Zeit zu Zeit ein Straßenschild aufgetaucht wäre, hätte ich vermutet ich bin versehentlich auf einem gut ausgebauten Wanderweg gelandet.
Die Gravelroad wurde immer mal schmaler…
…mal breiter, die Abhänge an der Seite waren eher respekteinflößend und die 12 km sind mir sehr , sehr lang geworden…kein Wunder denn schneller als 35 km/h hätte ich mich nicht getraut zu fahren.
Die Sommerstrecke führt hinauf auf 1225 Meter, die Ausblicke waren atemberaubend…
Und ich darf meiner Sammlung der in freier Natur gesehenen australischen Tiere noch eine Spezies hinzufügen…Mir sind zwei Leierschwanz Vögel im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg gelaufen…Zum Lyrebird müsst Ihr euch unbedingt diesen Film ansehen, ein bekannter BBC Reporter hat den ungewöhnlichen Gesang dieser Vögel aufgenommen. Der Vogel kann Umweltgeräusche nachahmen…zB das Klicken der Fotoapparate, die auf ihn gerichtet sind oder auch das Knattern der Kettensägen der Ranger in der Nähe…wirklich faszinierend:
Leider waren meine Leierschwanz Vögel zu schnell für die Kamera…ein Kangarooh ist ebenfalls über die Straße gehoppelt… ich habe mich trotzdem sehr darüber gefreut…
(PS:Gestern Abend , beim Essen haben uns unsere Gastgeber noch zwei verschiedene Possums gezeigt, die dort in ihrem Garten in den Bäumen umherklettern…der Tiersammlung fehlen aber immer noch die Wichtigsten: Meine Wombats!!!!!)
Auch hier in diesem Nationalpark hat im letzten Jahr um den Black Saturday herum das Feuer ganz übel gewütet und man findet die Spuren überall…
…das sind z.B. die traurigen Überreste des Toilettenhauses an der Rainforest Gallerie…. es gibt auf de Parkplatz auch keine Infotafeln etc. mehr…die Rainforest Gallerie selber ist gerade erst wieder eröffnet worden…
Heute morgen habe ich ein Buch bekommen…
Firestorm, Black Saturdays Tragedy…
darin wird die ganze Tragödie der schrecklichen Bushbrände im letzten Sommer und auch die Hintergründe, die dazu geführt haben, dass aus relativ normalen Buschfeuern so eine Tragödie geworden ist, erklärt und dokumentiert. Das Buch werde ich mir in Deutschland über Amazon bestellen und in aller Ruhe lesen um mal die Hintergründe zu verstehen..
Was ich bislang gelesen habe ist z.B. das es an diesem Black Saturday einen Sturm von 110 KM/H gegeben hat, also zehn Km/h unter unserer Orkanstärke und das bei Temperaturen von bis zu 48!!!!!!!!!! Grad….. ! Dazu kam generell im Jahr 2009 das trockenste Jahr seit Aufzeichnung und die höchsten jemals in Victoria gemessenen Temperaturen seit Aufzeichnung zusammen….
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